Vom Taj Mahal Besucher zum Teppich-Besitzer

Heute ging der Wecker bereits um 05:30 und dies in den Ferien. Wieso tut man sich sowas an? Die beste Zeit um den Taj Mahal zu besuchen ist in der Morgendämmerung, also heisst es früh aufstehen.

Pünktlich wie ein Schweizeruhrwerk stand unser Taxi vor dem Hotel bereit. Kurz darauf standen wir auch bereits im Garten des Taj Mahal.

Ich hätte nie gedacht, dass ein schlichtes Gebäude eine dermassen beeindruckende Wirkung haben kann. Unser Guide kannte alle gängigen Trick um den Taj Mahal aus seinen schönsten Perspektiven zu fotografieren.

Im Anschluss fuhren weiter zum Itimad-ud-Daulah, von Touristen einfach „Baby Taj“ genannt. Dabei handelt es sich auch um eine symmetrische Grabstätte in kleinerem Format.

Frisch gestärkt durch eine Frühstückspause in unserem Hotel waren wir trotz steigender Hitze richtig in Fahrt. So besuchte unser Guide (wie dies für Asien nicht unüblich ist) mit uns eine Werkstatt in der von Hand persische Teppiche hergestellt werden. Und die wollen ganz sicher auch nichts verkaufen. Rund 2h später verliessen wir den Laden in Besitz eines neuen schönen Perserteppichs für unsere Wohnstube. „Wir werden euch diesen ganz schön eng verpacken, dann könnt ihr ihn ins Handgepäck nehmen“. Josephine hat sich vor lauter Begeisterung sogar dazu bereit erklärt.

Im Auto angelangt, stellten wir fest, dass unser Teppich zwar kompakt verpackt aber dennoch 14kg wog. Ein ziemlich „bhäbiges“ Handgepäck. Dazu kam, dass unsere Reise ja noch eine Zug- und zwei Schiffreisen sowie vier weitere Flüge beinhaltet. Aber es gibt ja für jedes Problem mindestens eine Lösung. So gaben wir uns mal unbesorgt und amüsierten uns über uns als neue Teppichbesitzer.

Als nächstes stand nun der Besuch des Agra Fort an. Ein riesiges, aus roten Ziegelsteinen gebautes Fort aus dem Mittelalter.

Es ist schon immer wieder beeindruckend solche riesigen historischen Anlagen aus einem anderen Zeitalter zu bewundern und sich vorzustellen, wie dies wohl zur Zeit als diese noch bewohnt waren ausgesehen hatte.

Nach dem Besuch im Fort mussten wir noch eine Edelstein Manufaktur über uns ergehen lassen. Der Verkäufer packte sogar einige Brocken Deutsch aus. Doch dieser arme Zottel konnte ja nicht ahnen, dass wir schon einen Perserteppich gekauft hatten und selbst für die charmantesten Marketingtricks nicht mehr zugänglich waren.

Nun hatten wir uns ein gutes indisches Mittagessen reichlich verdient. Sogar einhändig Naan verkleinern wurde eifrig geübt.

Zum Abschluss besuchten wir auch noch eine Marmor- und Edelsteinschleiferei. Trotz grossem Interesse an der Kunst, liessen wir uns nicht überzeugen Marmorteller oder Mini Taj Mahal zu kaufen. So landeten wir mit vielen Eindrücken und einem neuen Teppich wieder im Hotel.

Nun musste noch eine Lösung her für unser Teppich-Problem. So gingen wir an die Rezeption und schilderten ihnen unser Problem und ein junger Mann nahm sich dem Problem voller Hingabe an und versprach mir, mich anzurufen sobald eine Lösung vorlag.

So gingen wir entspannt Sport machen und genossen die wunderbare Dämmerung im Rooftop-Pool. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass ich längst ein Telefon erhalten sollte, so begab ich mich zurück in die Lobby, wo mich der motivierte Angestellte bereits empfing und mir verkündigte, dass der Mann zum Lösen meines Problem nun da sei. Und siehe da, da sass ein Mann mit Turban und macht mir sofort ein Angebot für den Versand meines Teppichs in die Schweiz. Nun galt es nur noch genügend indische Rupien aufzutreiben, da meine Kreditkarte den lieben Kollegen nicht interessierte. Am Ende konnten wir jedenfalls das Geschäft abwickeln und irgendwie waren wir Beide am Ende zufrieden.

Weisheit des Tages:
Wenn du nach Indien reist, musst bereits sein auch mal darüber nachdenken, ob nicht ein persischer Teppich etwas für dich wäre.

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