Auf unserer Reise wollen wir anderen Welten begegnen, sie selbst erkunden und unseren Mädchen zeigen. Singapur ist ein wunderbarer Ort und dazu bestens geeignet. Nicht nur in der Stadt selbst wie Chinatown, Little India oder Arabienstreet, sondern auch durch die Touristen aus aller Welt.

Da sind sehr viele Inder, ob aus Singapur oder aus Indien – einfach Inder. Aber schon die Inder laufen in unterschiedlichster Kleidung und Röcken daher. Im Singapur Zoo versuchte ein Vater seine Tochter unter dem Dach vor strömendem Regen zu fotografieren. Ich sah seiner Freude an, dass er wohl noch nicht oft in seinem Leben solche Regenströme erlebt hatte. Nach dem Regen freute er sich als nächstes über unsere zwei Blondinen. Die Inder führen ihre Kinder meist in einem Buggy herum. Viele eher ältere Menschen sind sehr traditionell angezogen. Eine besondere Indergruppe trägt um den Bauch eine Schnur. Das beobachten wir beim Baden und umziehen der Kinder. Heute konnten wir während unseres Picknicks einer indischen Familiensippe zuschauen, wie sie ihr Picknick gegessen haben: Fladenbrot mit einem gelben Brei und natürlich alles mit der rechten Hand! Auch das berühmt Kopfwackeln war zu sehen.


Die Asiaten sind schwer zu unterscheiden. Es gibt jedoch Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Da ist die sehr blasse Asiatin, die mit allen Mitteln versucht ihre Blassheit zu schützen. Sie trägt lange Ärmel, Hosen, Schlapphut und vielleicht sogar noch Handschuhe. Blassheit ist hier ein Schönheitsideal. Es bedeutet Reichtum. Also versucht man mit allen Mitteln die Haut möglichst hell zu behalten. In Thailand tragen Frauen oft lange Hosen und T-Shirts mit Ärmeln, um die Schultern zu bedecken. Auf dem Land haben fast alle eine dunklere Haut. Nur im Flughafen oder an einer Reception sieht man eher Thais mit hellerer Haut. Aber egal wie heiss es ist, viele Thais und vor allem Thailänderinnen tragen lange Hosen oder Röcke. Offene Nacktheit ist hier nicht gefragt.
So war im Wasserpark in Singapur die Kleidersitte trotz Wärme überhaupt nicht europäisch, sondern typisch asiatisch. Wäre der Park in Europa gewesen, hätten die Menschen möglichst viel Haut und Bräune gezeigt. Hier in Asien aber, haben sich Kinder und Erwachsene möglichst bedeckt. Es hatte hier sehr viele Inder, welche ihre dunkle Haut ebenfalls stark bedeckten. Ich habe im ganzen Badeareal höchstens 4 Bikinis gesehen. Alle anderen hatten Tankinis mit bedecktem Bauch, Badeshirts und längere Hosen an. Das Motto: Möglichst wenig Haut zeigen. Und zwar bei Frauen UND Männern. Die Mädchen haben oft Badeshirts mit eine Art Jupe dran. Viele Frauen, Männer und Kinder tragen sogar Ganzkörperbadekleidung. Einige Muslimas mit Badekopftuch.

Es war eine grosse Kulturveränderung vom ländlichen Koh Pangan in die Grossstadtstaat Singapur.
Hier in Singapur sieht man alles. Da gibt es Frauen in Hotpants, Frauen, die ihre Haut mit Kleidern schonen und Muslimas mit Kopftüchern. Asiaten, die eher mehr Haut zeigen und moderner angezogen sind, stammen entweder aus Singapur oder Arten wie Südkorea oder Hongkong. Doch noch immer hat der grösste Teil der Menschen schwarze Haar und dunkle Augen. So ziehen unsere zwei Blondinen immer wieder neu die Aufmerksamkeit auf sich. Auf dem Marine Bay spielte Gioia mit dem indischen Baby. Kurz darauf sah ich, wie die Frau Gioia hoch hob und mit ihr ein Selfi machte. Daher schlug ich ein gemeinsames Foto vor.
Heute Morgen an der Ampel wollten zwei Asiaten ein Foto mit den Mädchen machen. Am Abend kam ein indischer Papa und fragte, ob er ein Foto mit Gioia und seiner Tochter machen dürfe. So nutzen wir manchmal auch die Gelegenheit, um eine dieser menschlichen Gegensätze gemeinsam festzuhalten. Ich bin gespannt, wie es in Bali sein wird. Wir sind schon vorgewarnt worden, dass die Balinesen sehr gerne Kinder haben und gerne ein Selfi mit blonden Kindern machen.

